Vom Einzelplatzanschluß zur vernetzten Lernumgebung

Der Einzelplatzanschluß

Für den Anfang nicht schlecht, für Schulen aber keine tragfähige Lösung, da die Arbeitsmöglichkeiten zu stark eingeschränkt sind. Wenn es denn noch kein schulisches Netz sein kann - so funktioniert der Einzelplatzanschluß:

comuter.gif (1234 Byte)  + Modem + Provider =  internet.gif (2943 Byte)

Der Einzelplatz-Rechner, der den Zugang zum Internet herstellt, sollte multimedia-fähig sein. Sein Platz ist z.B. die Schulbibliothek.

Das schulische Netz (Schul-LAN)

Sind mehrere PCs an der Schule vorhanden, so macht es Sinn, diese miteinander zu vernetzen. Erst die Vernetzung eröffnet die Möglichkeit, daß mehrere Personen gleichzeitig mit dem Internet arbeiten können.

So sieht ein Schul-Lan im Modell aus:

comuter.gif (1234 Byte)_____ comuter.gif (1234 Byte)________comuter.gif (1234 Byte)______comuter.gif (1234 Byte) ________server.gif (1224 Byte) _______internet.gif (2943 Byte) 

  PC                      PC                              PC                         PC                    Server oder
                                                                                                                      PC mit Proxy

Für die Vernetzung gibt es im Prinzip zwei unterschiedlche Lösungen und Geschwindigkeiten:

  • Die Verkabelung der Rechner mit Koaxialkabel (BNC). Dabei wird ein Rechner an den anderen "gehängt", d.h. das Kabel läuft vom ersten bis zum letzten Rechner durch und wird an beiden Ende terminiert. Diese Methode ist einfach und preiswert, hat aber den entscheidenden Nachteil, daß bei Ausfall eines "Knotens" im Netz das gesamte Netz ausfällt.
  • Die Verkabelung mit Twisted-Pair (TP) Kabeln und Hubs/Switches. Dabei werden alle Kabel sternförmig von den einzelnen Rechnern zu einem (oder mehreren) zentralen Hub geführt. Diese Methode ist etwas teurer, hat aber den entscheidenden Vorteil, daß bei Ausfall eines "Knotens" das übrige Netz weiter funktioniert.
  • Für die Vernetzung einzelner Räume ist BNC noch immer gut geeignet. Für die Vernetzung ganzer Gebäude ist TP die bessere Lösung. Geht es nur darum, einen der typischen Computerräume mit 10-20 Rechnern zu vernetzen, so kann das - bei etwas handwerklichem Geschick - sogar in Eigenregie für wenige Hundert Mark erledigt werden.
  • Netzkarten für die Rechner gibt es in zwei Geschwindigkeiten: 10 Mbit/s und 100 MBit/s. Eine einfache 10MBit-Karte kostet weniger als 30 DM, 100 Mbit-Karten sind etwas teurer. Zwar können die meisten Schulen mit 10 MBit-Netzen gut arbeiten, doch ist 100 Mbit-Netzen angesichts der insgesamt geringen Mehrkosten der Vorzug zu geben

Das Prinzip eines Schul-LANs ist einfach: ein einzelner Rechner stellt den Zugang für viele andere ins Internet her. Die Arbeitsmöglichkeiten für SchülerInnen und LehrerInnen verbessern sich dadurch drastisch.

Die Verbindung zum Internet 

  • kann ein darauf "spezialisierter" Linux-Kommunikationsserver übernehmen. Eine bekannte (und v.a. kostenlose) Lösung ist der ODS-Kommunikationsserver der Zeitschrift c't. Die Hardwareanforderungen an diese Lösung sind bescheiden (es genügt ein 486er mit großer Festplatte und reichlich RAM). Da es sich um eine speziell für Schulen entwickelte Lösung handelt, sind Spezialkenntnisse des Betriebssystems Linux nicht notwendig. Halten sich die Administratoren an die Vorgaben der Entwickler, so ist die Verwaltung des ODS-Servers recht einfach.
  • Ebenfalls kostenlos ist der Einsatz einer sog. Proxy-Software auf einem beliebigen Windows-Rechner. Die Proxy-Software macht etwas ähnliches wie der Kommunikationsserver: sie stellt die Verbindung zum Internet über eine einzige Leitung her und "verteilt" sie dann an alle angeschlossenen Rechner im Schul-LAN. Wir haben über ein Jahr zu unserer vollen Zufriedenheit mit dem (damals kostenlosen) Programm Gatekeeper gearbeitet. Einen ähnlichen Funktionsumfang bietet die Freeware Sambar, die manchmal auch auf CD's zu finden ist, die  Computerzeitschriften beiliegen. Im Gegensatz zum ODS-Kommunikationsserver bietet Proxy-Software in der Regel keine geeignete Benutzerverwaltung und nur sehr eingeschränkte Sicherheitsmechanismen.
  • Natürlich können Schulen auch "professionelle" (und kostenträchtige) Lösungen wie Windows NT Server oder Novell Netware einsetzen.

Das schulische Intranet

Während die einfache Vernetzung der an einer Schule vorhandenen Rechner (z.B. alle Rechner im EDV-Raum) lediglich sicherstellt, daß auch ganze Gruppen/Klassen gleichzeitig im Internet arbeiten können, geht das schulische Intranet einen Schritt weiter. Es ist faktisch eine kleine, schulinterne Ausgabe des Internet und eröffnet somit ganz neue Arbeitsweisen. Voraussetzung ist allerdings, daß nicht alle Rechner z.B. im EDV-Raum konzentriert sind, sonder daß an möglichst vielen Orten der Schule - Bibliothek, Klassenzimmer, Fachräume, Lehrerzimmer usw. - Rechner stehen. Diese Rechner können billig erworbene oder gespendete Geräte sein - eine "Internet-Workstation" braucht keine neue und teure Hardware. Konkret: ein alter 486er oder ein Pentum der ersten Generation tut's auch.

Natürlich können - genau wie in einem schulischen LAN - mehrere Personen gleichzeitig aufs Internet zugreifen. Damit sind die Möglichkeiten des schulischen Intranet jedoch bei weitem noch nicht erschöpft. Es kann auch noch für folgende Zwecke eingesetzt werden:

  • als schulinternes Informationssystem
  • Informationen aus dem Internet - v.a. "Standardinformationen", die sich nicht täglich ändern, können auf den Intranet-Server "heruntergeladen" - d.h. gespeichert werden - und stehen so allen offline - d.h. ohne ständige  Telefonkosten - zur Verfügung
  • Informationen der Landesbildungsserver, der Kommunen usw. können ebenfalls offline zur Verfügung gestellt werden
  • mit etwas Aufwand ist es möglich, eine Datenbank all dieser Informationen zu erstellen und so sicherzustellen, daß jederzeit ein rascher und v.a. unkomplizierter Zugriff auf diese Informationen möglich ist
  • LehrerInnen und SchülerInnen können von zuhause aus auf das schulische Intranet zugreifen

So sieht z.B. das NGIntranet aus:

img002.gif (10985 Byte)

img004.gif (11063 Byte)

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