Technische Rahmenbedingungen
Vor dem Förderungsantrag bei Schulen ans Netz verfügte das
Neue Gymnasium über einen Computerraum mit
17 Rechnern (486er und 386er), die unter WfW 3.11 vernetzt waren. Einen Internet-Zugang
hatte die Schule nicht. Im Rahmen der Förderung durch Schulen ans Netz
erhielt das Neue Gymnasium einen ISDN-Anschluß, ein Gebührenguthaben der Telekom und
einen Multimedia-PC mit ISDN-Karte.
Es stellte sich die Frage, wie ein Internet-Zugang für mehrere Rechner
ohne größere Zusatzkosten zu realisieren war. Zur Auswahl standen zwei Alternativen: die
Einrichtung eines Linux-Kommunikationsservers (CD-Rom der Zeitschrift c't) oder eine reine
Softwarelösung. Aus Zeitgründen ( und aufgrund mangelnder Linux-Kompetenz) entschloß
sich der Projektleiter für eine (kostenlose) Softwarelösung der Fa. Infopulse. Deren
Programm Gatekeeper eröffnete die Möglichkeit, bis zu (derzeit) 10 Rechner
ans Internet anzuschließen. Nähere Informationen zu dieser Lösung finden Sie hier.
Z.Zt. Sieht die technische Ausstattung des Neuen Gymnasiums so aus:
- heterogenes Netz von 19 PC unter WfW 3.11 bzw. Win 95 im Computerraum
- davon 10 Rechner mit Internet-Zugang über Gatekeeper
- zusätzlich 1 PC mit direktem Internet-Zugang im Computerraum und 1
Rechner mit Internet-Zugang im Klassenzimmer
- einen individuellen Zugang zu Mail und News bietet diese Lösung nicht;
z.Zt. verwaltet der Projektleiter alle schulischen Mails und News. Die Schule verfügt
momentan lediglich über ein gemeinsames Postfach für alle; eine individeulle
Adressierung ist jedoch möglich
Projektbeschreibung
Anspruch ...
Das Projekt will die Nutzung von Online-Diensten und Internet als
integrierten Bestandteil des Unterrichts in einem Leistungskurs Gemeinschaftskunde
erproben; es geht hierbei v.a. um die Erprobung neuer Formen der Informationsbeschaffung,
der Recherche und des Austausches von Informationen. Das Projekt will u.a. herausfinden,
ob Online-Informationen die Tageszeitung ergänzen bzw. ersetzen können, wie es um das
Verhältnis von Quantität und Qualität von Online-Informationen bestellt ist und ob
email als Instrument der Kooperation taugt.
Die Projektidee wurde vom Projektleiter entwickelt. Die Eltern der
Schule fördern das Projekt mit einem finanziellen Zuschuß.
Ursprünglich war der folgende Projektverlauf geplant:
| I. Oktober 1996 - Januar 1997 |
II. Februar 1997 - Juli 1997 |
| Einführung in die sinnvolle Nutzung von
Online-Diensten und Internet (Dienste, Angebote, Suchstrategien, Möglichkeiten der
Kommunikation usw.) |
Nutzung von
Wirtschaftsdiensten und Wirtschaftsdaten |
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| III. September 1997 - Januar 1998 |
IV: Februar 1998 - Juli 1998 |
| "Politik" in
Online-Diensten und Internet (Parteien, Regierungen, Bundestag, Ministerien usw.; in der
BRD und den USA |
Internationale Politik in Online-Diensten
und Internet (Informationen über aktuelle Konflikte, Kontakte zu Betroffenen über
e-mail) |
Von Anfang an wurde die völlige Integration der Nutzung von Internet
und Online-Diensten in den pädagogischen Alltag des Kurses angestrebt. Die
Beschaffung von Informationen aus dem Netz sollte so normal werden wie die Arbeit mit
Lehrbüchern, Zeitungen und anderen (gedruckten) Materialien.
-
... und Wirklichkeit
Bedingt durch die Anlaufschwierigkeiten von Schulen ans Netz
(verspätete Bereitstellung des ISDN-Anschlusses, verspätete Lieferung des Multimedia-PC)
mußte die Einführungsphase entfallen. Tatsächlich begann das Projekt erst mit einem
halben Jahr Verzögerung im März 1997 direkt mit der 2. Phase.
In der Anfangsphase des Projektes wechselten die TeilnehmerInnen immer
dann vom Klassenraum in den Computerraum, wenn der Zugriff auf einen Online-Dienst oder
das Internet erfolgen sollte. Es stellte sich jedoch sehr schnell heraus, daß der Wechsel
vom Klassenraum in den Computerraum für die Unterrichtssituation und den Anspruch der integrierten
Nutzung sehr ungünstig war. Inzwischen befindet sich ein (vernetzter) Computer mit
Internetanschluß im Klassenraum, wo er aus jeder Unterrichtssituation heraus direkt
genutzt werden kann; der Computerraum wird nur noch genutzt, wenn alle SchülerInnen
gleichzeitig im Internet recherchieren. Soll der Computer zum Teil des
"pädagogischen Alltags" werden, gehört er da hin, wo auch sonst gearbeitet und
gelernt wird - und das ist im Normalfall das Klassenzimmer, und nicht der Computerraum der
Schule.
Es stellte sich rasch heraus, daß es im Umgang mit Online-Diensten und
Internet es im Grunde genommen keine Probleme "technischer" Natur gibt
(vorausgesetzt natürlich, die eigentliche Technik funktioniert); die SchülerInnen lernen
auch ohne Vorkenntnisse sehr schnell, mit den wichtigsten Instrumenten wie
Zugangssoftware, Browser usw. umzugehen. Probleme gibt es viel eher bei der Orientierung
im Überangebot an Informationen. Ohne gezielte Hilfe und Anleitung (d.h.
Vorstrukturierung der Informationsangebote durch den Lehrer) stellen sich - zumindest am
Anfang - kaum Erfolge bei Recherchen ein.
Je allgemeiner das Thema, desto nutzloser ist das
Informationsangebot des Internet; dies bedeutet nicht notwendigerweise, daß die
Information nicht vorhanden ist, sondern in der Regel nur, daß es fast unmöglich ist,
die Informationen auch tatsächlich aufzuspüren. Ein konkretes Beispiel: die Suche nach
so zentralen Begriffen wie "Strukturwandel" oder "Strukturpolitik" in
den Suchmaschinen des Internet führen zu keinen brauchbaren Ergebnissen.
Je konkreter das Thema, desto nützlicher ist das Informationsangebot des
Internet; so ist es z.B. völlig unproblematisch, neueste Daten zur Konjunkturentwicklung
oder zur Entwicklung des Arbeitsmarktes aus dem Internet zu beschaffen (Deutsche Bundesbank,
Statistisches Bundesamt,
Bundesanstalt für Arbeit).
Besonders intensiv wurden die Möglichkeiten, die das Internet bietet,
zur Vorbereitung von Facharbeiten durch die TeilnehmerInnen des Kurses genutzt.
Obwohl die gleichrangige Nutzung von Online-Diensten und Internet
vorgesehen war, wurden die Online-Dienste AOL, Compuserve und T-Online kaum genutzt. Dies
lag weniger am Angebot der Dienste, als daran, daß ein mehrfacher paralleler Zugriff auf
Online-Dienste nicht möglich ist. Auch stellte es sich bald heraus, daß in vielen
Fällen die Arbeit mit Printmedien zeitlich und inhaltlich effekiver war als die Arbeit
mit elektronischen Medien. Zwar wurde die Online-Arbeit tatsächlich in den Unterricht
integriert, doch nicht in dem ursprünglich geplanten Umfang. Nach einer Projektdauer von
jetzt knapp einem Jahr liegt der Einsatz des Mediums Internet bei weniger als einem
Viertel der gesamten Unterrichtszeit.
Inhaltlich stand in der in der ersten Projektphase das Thema Wirtschaft
/ Wirtschaftspoltik im Vordergrund. V.a. bei der Beschaffung von aktuellen
Wirtschaftsdaten konnte das Medium Internet seine Vorzüge - Aktualität, Vielfalt der
Informationen - voll ausspielen. Ging es jedoch um Theorien und Konzepte, so sah die Sache
sehr viel schwieriger aus. Hier zeigte sich die Überlegenheit traditioneller Medien. Am
ehesten half in diesem Zusammenhang noch die Recherche in den Archiven der Zeitungen und
Zeitschriften.
Beim Thema der zweiten Projektphase - politisches System der BRD und
der USA - erwiesen sich v.a. die offiziellen Server wie die des
Bundestages, der Bundesregierung, der Parteien, der
U..S. Information Agency, des
Weißen Hauses oder des
Kongresses als
äußerst nützliche Hilfsmittel, sowohl was die Breite als auch die Tiefe der Information
betrifft. So war es möglich, bestimmte Themen unter fast ausschließlicher Nutzung des
Mediums Internet im Unterricht zu behandeln.
In der abschließenden Projektphase mit dem inhaltlichen Schwerpunkt internationale
Politik sollen neben den informativen auch die kommunikativen Möglichkeiten des
Internet - email, usenet - genutzt werden.
Auswirkungen des Projekts auf die Schule
Insgesamt sind die Auswirkungen des Projekts auf die Schule noch gering.
Sieht man davon ab, daß die Schule ihre technische Infrastruktur zur Nutzung des Internet
der Förderung durch Schulen ans Netz verdankt, so kann man folgendes
festhalten:
- Die Nutzung des Internet bleibt im wesentlichen auf den Leistungskurs
Politik und ein weiteres, durch Schulen ans Netz initiiertes Projekt (Surfin' California) beschränkt. Darüber hinaus
nutzen noch die Computer-AG und die Gemeinschaftskunde-Klassen der Schule mit einer
gewissen Regelmäßigkeit den Internet-Zugang. Alle diese Aktivitäten werden vom gleichen
Lehrer betreut.
- An der Schule haben zwei schulinterne Lehrerfortbildungen stattgefunden.
Anfang 1997 nahmen etwa 10 KollegInnen (von insgesamt knapp 40) an einer allgemeinen
Einführung zum Thema Internet teil, die ewa 3 Stunden dauerte. Im November 1997 nahmen
wiederum etwa 10 KollegInnen an einer schulinternen Veranstaltungsreihe teil, die sich
über 3 Nachmittage zu je 4 Stunden erstreckte und die unterrichtspraktische Nutzung des
Internet zum Thema hatte. Es bleibt zu hoffen, daß diese Veranstaltungen dazu beitragen
werden, die noch deutlich erkennbaren Vorbehalte (und Ängste) bezüglich der Nutzung des
Internet in der Schule abzubauen.
mehr zum Projekt hier
[NGInfo] [Schule
@m Netz] [Politik im Netz]
[Surfin' England Surfin' California]
[Seminarkurs]
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